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Istanbul World Cup '14

Turkey rocks, fuck normal life....
 

Auf keinen Fall wollte ich die tu╠łrkische Gastfreundschaft ablehnen und folgte der Einladung in die Millionenmetropole Istanbul (14 Mio. Einwohner), dem Austragungsort des diesja╠łhrigen Pro B.A.S.E Worldcups. Von wie in den Medien berichteten Unruhen und Krawallen gab es zuna╠łchst keine Spur. Dass die politische Situation in der Tu╠łrkei allerdings angespannt ist, konnte man definitiv spu╠łren. Nur wenige U-Bahn-Haltestellen entfernt von Taksim-Platz, dem Ursprung der Demonstrationen, steht mit 261 Metern Ho╠łhe Europas ho╠łchstes Hotel, das Sapphire Building. Die Aussichtsterrasse ist auf 236 Metern. Sie bietet einen Blick u╠łber Istanbul und den Bosporuskanal, der Meerenge zwischen Mittelmeer und Schwarzem Meer, und wurde als Absprungpunkt genutzt.

55 Springer, darunter fu╠łnf Frauen, aus 17 verschiedenen La╠łndern (O╠łsterreich, Australien, Belgien, Tschechien, Frankreich, Deutschland, Griechenland, Ungarn, Italien, Holland, Polen, Russland, Spanien, Tu╠łrkei, USA, England, Ukraine) waren beim Sapphire Showdown vertreten, um sich gegenseitig zu messen oder einfach nur um Spa├č zu haben und miteinander zu springen. Ich war eher fu╠łr Letzteres dort. Die Veranstaltung war Victor Kovats gewidmet, der letztes Jahr bei einem Wingsuitsprung in China to╠łdlich verunglu╠łckt ist. Die Organisatoren Maria Steinmeyer und Hubert Schober und der tu╠łrkische Local Can machten uns am ersten Abend mit allem vertraut, erkla╠łrten uns die Wettbewerbsregeln und die ÔÇ×DOs and DONÔÇśTsÔÇť fu╠łr B.A.S.E Jumper hier in der Tu╠łrkei (Polli war letztes Jahr auch hier :-).

Fu╠łr den Wettkampf wurde die Absprungsymmetrie, Freifallzeit sowie der exakte O╠łffnungswinkel des Fallschirms bewertet. Die Landung auf einem Zielkreis brachte abschlie├čend die meiste Punktezahl ein. Starker, ungleichma╠ł├čiger Wind machte bereits den ersten Testsprung zur Herausforderung und es war schnell klar, das diese Competition keine einfache werden sollte. Nach zwei weiteren Wertungsspru╠łngen am ersten Tag konnten wir diesen nach viel Warten auf bessere Bedingungen ohne besondere Vorkommnisse abschlie├čen.

Der zweite Tag sollte um einiges spannender werden als der vorherige. Die Bedingungen waren wieder nicht perfekt, der Wind frischte sogar eher noch etwas auf und durch die starke Hitze und die umliegenden hohen Geba╠łude waren am Fallschirm viele unangenehme Turbulenzen zu spu╠łren. Mein Schirm o╠łffnete wie am Vortrag auch immer 180┬░ in die falsche Richtung, also Richtung Geba╠łude, und an eine Landung auf dem Zielpunkt war von meiner Seite aus nicht zu denken. Entweder es lag am starken Wind, den vielen Red Bulls oder einfach an mir selbst. So richtig warm wurde ich mit den Spru╠łngen vom Saphire Building bei diesen Bedingungen nicht. Gerade als die offiziellen Wettkampfspru╠łnge beendet waren und Zeit fu╠łr Funjumps war, passierte das, womit wirklich niemand mehr gerechnet ha╠łtte: Ein tu╠łrkischer Arbeiter, der einen Werbebanner aufha╠łngen wollte, stu╠łrzte aus rund einem halben Meter von einer Leiter, brach sich den Arm und verletze zwei weitere Passanten mit der Leiter am Kopf. Nach guten zwei Stunden Pause aufgrund des Unfalls konnten wir dann wieder weiter springen.

Das Boogie-Fever packte gerade die ersten Springer, die selbstbewusst zwei bis drei Aerials und Multiways vom Geba╠łude schubsten, als sich der Fallschirm des Franzosen Momo Volant in Richtung Geba╠łude o╠łffnete und sich dort an einer abstehenden Antenne verwickelte. Momo hing fu╠łr circa eine Stunde in 50 Metern Ho╠łhe fest und wartete bis sich die Feuerwehr durch das Verkehrschaos in Istanbul ka╠łmpfte. Die abschlie├čende Rettung wurde dann mit dem Kran der Fensterputzer durchgefu╠łhrt und nach rund zwei Stunden kam der Franzose pu╠łnktlich zum Feierabend unversehrt und unverletzt auf dem Sapphire Building zum Vorschein. Mehr als zehn tu╠łrkische Fernsehsender berichteten live u╠łber die Rettungsaktion und wir hatten zu keinem Moment der Veranstaltung so viele Zuschauer am Boden.

Trotz all der Vorkommnisse an diesem Tag (zwei Springer landeten mit dem Fallschirm noch auf dem 30 Meter hohen Vordach des Geba╠łudes) war dieser ein ganz besonderer: Victor ╠üs Eltern waren extra aus Ungarn angereist, um an der Siegerehrung teilzunehmen und um mit uns die na╠łchsten Tage zu verbringen. Platz 1 und Sieger des PBWC 2014 in Istanbul waren Andrey Nefedov aus Russland. Platz 2 belegte Marco Schultz aus Holland, und Randall Stamper aus USA landete auf Platz 3. Die Sprungtage (Funjumptage) fielen leider dem schlechten Wetter zum Opfer und aufgrund der Vorkommnisse des letzten Tags wollten weder der Veranstalter noch der Inhaber des Geba╠łudes ein Risiko eingehen.

Die freie Zeit wurde fu╠łr den Besuch der Sultan-Ahmed-Mosche (auch bekannt als Blaue Moschee), und einem Bazar und Gewu╠łrzmarkt genutzt ÔÇô ein bisschen Kultur schadet ja auch nicht. Den letzen Tag verbrachten wir noch gemeinsam auf der Go-Kart-Bahn zum Spa├če aller Beteiligten. Die Abschlussparty am Abend im Hotel war zum Gedenken an Vic und das Motto war orange ÔÇô sehr zur Freude der holla╠łndischen Springer. Nach einem Film u╠łber Victors Leben taten wir das, was er bestimmt auch gemacht ha╠łtte: Party hard! Cheers buddy! Ein gro├čes Lob und Dankescho╠łn geht an Can (Organisator, good boy!!), Dimitrios (professional Adrenalin Photographer, www.dimitriosphotography.gr), Hubert und Maria (PBWC Organisatoren), Franz (Schiedsrichter), Tracey..... und alle, die ich vergessen habe!!

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